Vitrine 13
Auf Tauchgang – Ganz nah dran
Der Traum, unter Wasser forschen zu können, ist alt. Bereits 1854 tauchte der Geologe Adolphe Morlot in den Pfahlbauten von Morges am Genfer See. Seine Hilfsmittel: ein Helm aus Zinkblech, ein Schlauch und eine Luftpumpe.
100 Jahre später begann in Unteruhldingen die Unterwasserforschung am Bodensee. Neu entwickelte Gummianzüge, Masken und Pressluftflaschen ermöglichten das Kartieren und Fotografieren von Pfahlfeldern unter Wasser. Das gezielte Absammeln des Seegrundes erbrachte neue Funde auch aus tiefer gelegenen Pfahlbausiedlungen. Einbäume und antike Wasserfahrzeuge aus dem Bodensee und den oberschwäbischen Seen konnten entdeckt und teilweise geborgen werden.
Ab den 1980er Jahren erfolgte die systematische Untersuchung und Dokumentation von Pfahlbausiedlungen im Bodensee. Wasserfeste Zeichenbretter, Düsenstrahlrohre zur Verbesserung der Sicht und Kameras zur Planfotografie gehörten zu den Ausrüstungsgegenständen bei Tauchgrabungen. Die regelmäßige Überprüfung des Erhaltungszustandes dieser Fundstätten durch die Taucher der Landesämter für Denkmalpflege zählt heute zu den wichtigsten Aufgaben zum Schutz des Weltkulturerbes unter Wasser.
1
24. August 1854
Entdeckung und Untersuchung der Pfähle bei Morges am Genfersee durch Adolphe Morlot
Foto: BHM (Schweiz)
2
Unterwassergrabung und Dokumentation, 1954
Foto: APM
3
Ein Stück Geschichte: Scherbe aus dem bronzezeitlichen Pfahlfeld Uhldingen-Stollenwiesen, 1954
Foto: APM
4
Steinzeitlicher Einbaum, 1960er Jahre
Foto: M. Preiss | APM
5
Unterwassergrabung und Dokumentation, Sipplingen-Osthafen, 2011
Foto: W. Hohl | LAD
6
Arbeiten unter Wasser: Ausgrabung mit Absaugrohr, um zu verhindern, dass Kleinfunde verloren gehen. Im Vordergrund Gitter mit Fundmaterial. Sipplingen-Osthafen 1995
Foto: M. Kinsky | LAD