Vom Fischen und Jagen
Der Speiseplan
Die Fischerei ist das älteste Handwerk am See. Dabei benutzten die Pfahlbaumenschen Hilfsmittel, die seit der Steinzeit in Gebrauch waren: Angelhaken, Netze aus Leinenfasern, Harpunen und Fischreusen. Im Schlamm unterhalb der Häuser kamen bei archäologischen Grabungen aber auch Knochenreste von Bären, Hirschen, Elchen, Auerochsen, Wildschweinen, Bibern, Fischottern, Fröschen, Igeln und Vögeln zum Vorschein. Mit Pfeil und Bogen, Wurfhölzern und Speeren bewaffnet, machte sich die Dorfgemeinschaft auf die Jagd an Land. Kleinere Tiere lockte sie in Fallen. Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen weideten in Herden auf den Wiesen und im Wald. Hunde waren treue Begleiter.
Trotz des Angebots an Fisch und Fleisch, kam überwiegend vegetarische Kost auf den Tisch: Brot oder Brei aus den in Dorfnähe angebauten Urgetreiden Emmer, Einkorn, Gerste oder Nacktweizen. Aber auch gekochte Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen, oder Ölfrüchte wie Lein und Mohn. Je nach Jahreszeit wurden wild wachsende Früchte, Nüsse, Samen und Pilze gesammelt. Und natürlich Kräuter für die Würze in den Speisen.
Um auch in schlechten Zeiten nicht hungern zu müssen, war der Dachboden angefüllt mit Vorräten. Auch in der Küche, rund um den wärmenden Kuppelofen, hingen Lebensmittel, zu Sträußen gebunden oder in Leinensäckchen verwahrt, zum Trocknen. Eine gut gefüllte Vorratskammer bildete die Überlebensgrundlage. So wundert es nicht, dass die Beschaffung und Verarbeitung von Lebensmitteln die meiste Zeit des Tages einnahm.
Haustyp:
Zweiräumiges steinzeitliches Pfahlbauhaus (ca. 3500 v. Chr.), Wände aus geflochtenen,
mit Lehm verputzten Zweigen.
Rekonstruiert:
1939, auf Basis von Ausgrabungen in Riedschachen im Federseemoor, Aichbühl bei
Bad Schussenried und Sipplingen, 1929–1930.
Kinderangel
Früh übt sich. Schon kleine Kinder versuchten sich in der Jagd auf Fische, Frösche und Krebse. Sie mit bloßen Händen zu fangen ist gar nicht so leicht. Manchmal verstecken sich die glitschigen Tiere im flachen Wasser zwischen den Steinen. Viel bequemer ging das mit einer Kinderangel. Sie wurde einfach vom Pfahlbauhaus aus hinunter ins Wasser gelassen. Ein kleiner Teigklumpen an dem Angelhaken aus Knochen lockte den Fisch an. Und war der erst am Haken, ließ sich die Angel aufwickeln und in die Hosentasche stecken. Praktisch, oder?
Hast du die Kinderangel schon ausfindig gemacht?