Vitrine 16

Offene Fragen – Was noch?

In 170 Jahren Forschung konnten schon viele Fragen zur Bauweise, zu Alltagsgegenständen, Ernährungsgrundlagen und zur Kulturausbreitung der Pfahlbauer geklärt werden. Auch Wirtschaftsformen, Umwelt und Klima sind mittlerweile nachvollziehbar. Manche Fragestellungen, wie die zur ursprünglichen Herkunft, zum Aussehen, den Gesellschaftsformen, der Religion und Sprache sowie zu Bestattungsriten geben dagegen immer noch Rätsel auf. Neue forensische Analysemethoden, chemische Materialuntersuchungen, geophysikalische Verfahren wie Erdwiderstandsmessungen, Umwelt-DNA und laserbasierte Lidar-Scans können hierzu Antworten geben.

Was gab’s zu essen?

Wo verbrachten die Pfahlbauer ihre Kindheit?

Wie alt wurden sie?

Wo haben die Pfahlbauer noch ihre Spuren hinterlassen?

1

Menschliche Milchzähne | 3800 v. Chr. | Wangen-Hinterhorn | ALM

Wo verbrachten sie ihre Kindheit? Sind sie umgezogen? Woher kamen die Pfahlbauer?

Knochenfunde aus den ältesten Bodenseepfahlbauten sowie Isotopen und Proteine im Zahn können diese Fragen beantworten. Analysen sind im Gange.

2

Birkenpechklumpen mit Zahnabdrücken | 3900 v. Chr. Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

Steinzeitkaugummis

Welche Haar-, Haut- und Augenfarbe hatten die Menschen? Was aßen sie? DNA-Spuren und Speichelreste in einem Klumpen Birkenteer geben darauf Hinweise. Weitere Untersuchungen stehen an.

3

Menschlicher Schädel | ca. 852 v. Chr. | Bad Buchau-Wasserburg | APM

Alter zum Zeitpunkt des Todes: ca. 50 Jahre | Geschlecht: weiblich | Größe: ca. 162 cm | Körpergewicht: ca. 50 kg | Krankheiten: leichte Schiefstellung des Kopfes

Wie sah die Frau aus? Wann lebte sie? Wie alt wurde sie? War sie gesund? Wie kam sie zu Tode?

Die Forensik und die Anthropologie erlauben Antworten.

4

Gesichtsrekonstruktion der „Dame von Buchau“ auf Grundlage forensisch ermittelter Daten

Modell: A. Preuschhofft-Güttler

5

Topfboden mit Getreidebrei | Keramik, Getreide | 1600 v. Chr. | Bodman | APM

Die chemische Bestimmung von Inhaltsstoffen in Gefäßen ermöglicht den Nachweis von Getreidebrei, Fischsuppe, Blauschimmelkäse, Müsli, Bier …

6

Radförmiger Anhänger | Bronze | ca. 1300-900 v. Chr. | Immenstaad-Kippenhorn | SMÜ

Wie wurde er hergestellt? Woher kam das Metall?

Wo wurde er hergestellt? Wurde er gehandelt oder getauscht?

Wie wurde er getragen? Steht er für eine bestimmte Kultur?

Welche Bedeutung hat das Radsymbol?

Wurde er von Frauen, Männern und Kindern getragen?

Metallanalysen, experimentelle Archäologie, vergleichende Archäologie, Gräberanalysen, Symbolforschung können Antworten geben.

7

Lidarscan

Wo haben die Pfahlbauer noch ihre Spuren hinterlassen – etwa auch an Land? Mit Lasertechnik aus der Luft lassen sich Gräber, Wallanlagen, Höhenburgen und Wege erkennen.

Lidarscan einer Grabhügelgruppe bei Laubach | Geobasisdaten: LGL BW

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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee
Freilichtmuseum und Forschungsinstitut
Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen
Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

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