Das Vorratshaus
Eigenversorgung das ganze Jahr
Eine gute Vorratshaltung sicherte unter Umständen das Überleben der Gemeinschaft. In der erntefreien Zeit des Jahres, vor allem im Winter, war die Ausbeute an Essbarem aus der Natur nur spärlich. Die Jagd auf Fische, Vögel und Waldtiere allein, sorgte weder für genügend Ertrag noch für genügend Abwechslung auf dem Speiseplan. Feldfrüchte, Beeren, Pilze, Gemüse, aber auch Fisch und Fleisch lagerten gut konserviert und geschützt vor Insekten, Mäusen und Vögeln und Schimmel in den Vorratshäusern eines jeden Dorfs.
Die Aufbewahrung erfolgte in frei hängenden Leder- oder Leinenbeuteln, in Holzfässern, Tongefäßen und Körben. Getrocknet, geräuchert oder mit Salz gepökelt, waren die Lebensmittel über längere Zeit haltbar. Auch Öl war ein gutes Konservierungsmittel gegen Verderben und Schimmel. Noch heute wird Gemüse in Öl eingelegt. So ist es vor Sauerstoff geschützt und lange haltbar. Mit Kräutern gewürzt erhält es zudem eine feine Geschmacksnote. Einige Vorräte, wie Getreide, wurden auch in Erdspeichern in der Nähe der Ackerflächen deponiert.
Haustyp:
Einräumiges bronzezeitliches Haus (ca. 1050 v. Chr.) Lehmwände auf Flechtwerk
aus Zweigen mit Bemalung.
Rekonstruiert:
1931/1977, auf Basis von Ausgrabungen in der „Wasserburg Buchau“, Federseemoor, 1921 – 1937.
Kein Eis im Kühlschrank?
Überhaupt kein Kühlschrank. Es gab ja nicht mal Strom. Ihre Lebensmittel konnten die Pfahlbauer trotzdem über längere Zeit aufheben. Statt Elektrizität nutzen sie die Kraft der Sonne oder ein loderndes Feuer, um sie zu trocknen. Fisch und Fleisch rieben sie mit Salz ein. Das entzog ihnen das Wasser. Die konservierten Leckerbissen wurden im Vorratshaus verstaut, oder für einen herzhaften Geschmack noch über dem Feuer geräuchert. Übrigens: In Tontöpfen blieben sogar Flüssigkeiten kühl. Tontöpfe waren aber für noch etwas gut: Sie versperrten räuberischen Mäusen den Weg zu Getreide und Samenkörnern.
Hast du die Maus schon entdeckt?