Töpferei
Vom Ton zum Topf
3000 Jahren alt, aber alles andere als schlicht: Die Keramik um 1000 v. Chr. war in Form und Verzierung äußerst vielfältig. Ein Geschirrsatz umfasste Schalen, Schüsseln, Tassen, Töpfe und Becher. Den benötigten Ton fand die Pfahlbaugemeinschaft in lokalen Vorkommen der Umgebung. Tonaufbereitung, Formen und Anbringen der Verzierungen fanden im Haus statt.
Schon damals gab es Alltags- und Festtagsgeschirr. Für den täglichen Gebrauch genügten graue Gefäße mit einfachem Schmuck, während das schwarze Geschirr – aufwendig mit weißen Mustern verziert – zu besonderen Anlässen auf den Tisch kam. Damit die Gegenstände schön glänzten, mussten sie vor dem Brennen mit einem Glättstein poliert werden. Die schwarze Farbe entstand durch eine besondere Brenntechnik im Schmauchbrand. Manche Keramik war auch leuchtend rot gefärbt.
Interessant sind die Gefäße in Vogelform – vermutlich Trinkfläschchen für Säuglinge. Möglich wäre auch die Nutzung als Öllampe oder Musikinstrument. Die tönernen Mondidole könnten Bestandteile von Hausaltären gewesen sein. Kleinere Amulette und Tonrasseln kamen bei kultischen Handlungen oder beim Musizieren zum Einsatz. Die Tonstempel werden als Brot- oder Hautstempel interpretiert.
Haustyp:
Einräumiges bronzezeitliches Blockbauhaus
(ca. 1000 v. Chr.), Wände aus Moorkiefer.
Rekonstruiert:
1931/1977, auf Basis von Ausgrabungen in der
„Wasserburg Buchau“, Federseemoor, 1921 – 1937.
Vögel, Stempel, Mondhörner
Wenn die Wissenschaft nicht weiter weiß, probiert sie aus. Meistens kommen dabei die besten Ideen. Die kleinen Vögel aus Ton geben prima Pfeifgeräusche von sich. Sie eignen sich aber auch als Trinkgefäß – vielleicht als Fläschchen für Säuglinge? Wozu die Stempeln dienten ist klar. Aber was hatte es mit den kleinen Mondhörnern auf sich? Wie ihre großen Ebenbilder erinnern sie an den Mond am Nachthimmel. Dienten sie als Glücksbringer? Getragen wie ein Amulett an einer Lederschnur um den Hals? Oder waren es kleine Taschenkalender, und jeder der Punkte stand für einen Monat?
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