Kulthaus
Ungelöste Rätsel der Archäologie

Zeichen, Verzierungen, Symbole – die Bronzezeit ist reich an mysteriösen Sinnbildern. Doch schriftliche Überlieferungen fehlen. Die Zeichen zu deuten ist schwierig. Viele Rätsel der Vergangenheit lassen sich vermutlich nie entschlüsseln. Allein die mehrfache Entdeckung derselben Symbole sagt etwas über deren Bedeutung aus. So finden sich in einigen Pfahlbausiedlungen in fast jedem Haus ein oder zwei Mondhörner. Waren sie als Kultobjekte Teil eines Hausaltars. Oder dienten die Striche und Punkte darauf als Kalendersystem?

Immer wieder finden Archäologinnen und Archäologen in prächtigen Grabanlagen hochgestellter Personen nahezu den gesamten Hausstand als Beigabe: mit Speisen gefüllte Töpfe und Gefäße, Jagdwaffen, ein geschmückter Wagen für die Reise ins Jenseits. Sollte es den Verstorbenen an ihrem letzten Ort an nichts fehlen? Oder war der Weg dorthin so weit?

Darstellungen von Kriegern mit Schilden und Pferden, von Häusern und von Tieren, vor Jahrtausenden in Felsen geritzt: Was haben diese Piktogramme für eine Bedeutung? Markierte hier jemand seinen Besitz an einem Handelsweg, oder brachte er ein schlichtes Dankopfer für den glücklichen Ausgang seiner Reise dar?

Bereits vor 10 000 Jahren führten Schamaninnen und Schamanen kultische Rituale aus. Ihre Amulette und magischen Gegenstände sind als besondere Objekte im archäologischen Fundgut bekannt. Rasseln, Klapperbleche, Trommeln, Feder- oder Blattkronen, gefasste Biber- oder Eberzähne, sogar Masken aus Menschen- oder Hirschschädeln gehörten zu ihrem Repertoire. Nur, wie wurden sie verwendet?

Opferfeuer und Heiligtümer auf Bergen, auffällig große Mengen verbrannter Tierknochen auf Steinbänken, Tonnen von Scherben an heiligen Orten in der freien Natur, hunderte von bronzenen Opfer-gaben in den Wäldern … Handelt es sich jeweils um die Überreste regelmäßiger Zeremonien zu bestimmten Jahreszeiten, etwa Dankopfer für eine gute Ernte, oder die feierliche Vertreibung des Winters? Vielleicht auch das stetige Erbitten des Segens für die Gemeinschaft? Historische Überlieferungen früher Schriftkulturen, wie der Sumerer, Babylonier, Ägypter, Römer oder Griechen, helfen bei der Entschlüsselung unerklärbarer Funde. Auch die Bibel liefert Hinweise. Und jede neue Fundsituation erweitert das Wissen um die Geheimnisse der Vergangenheit. Das macht die Archäologie so spannend. Selbst wenn die religiösen Vorstellungen und Kulte früher Gesellschaften oft rätselhaft bleiben.

© Copyright 2026
Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee
Freilichtmuseum und Forschungsinstitut
Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen
Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

Impressum | Datenschutz