Vitrine UNESCO Weltkulturerbe
Aus der Vogelperspektive
Östlich des Hafens von Unteruhldingen-Stollenwiesen stecken noch über 70 000 Pfähle im Boden. Aus der Luft sind sie gut zu erkennen, vor allem die dunkleren aus Eichenholz. Durch das klare Wasser zeichnen sich Seepalisaden, Straßen und eine regelmäßige Hausbebauung ab. Die deutlich erkennbaren schwarzen Flächen entstanden dagegen durch moderne Kiesschüttungen gegen die Erosion durch die stetige Bewegung des Wassers. Die Pfahlbausiedlung Unteruhldingen weist Kulturreste aus allen bekannten Perioden der Stein- und Bronzezeit am See auf.
Foto: A. Mende | APM
Durch die Taucherbrille
Aus der Tauchperspektive wirken die Siedlungsreste wie ein Stoppelfeld aus Pfählen. Daher der Name Stollenwiesen. Das allmähliche Absinken des Seebodens durch Erosion lässt die Bauelemente immer stärker hervortreten. An manchen Stellen meinen die Taucharchäologinnen und Taucharchäologen durch einen jahrtausendealten Wald zu schwimmen. Die systematischen Untersuchungen und Vermessungen am Seegrund helfen, die Geschichte der Pfahlbauten zu entschlüsseln.
Foto: M. Schellinger | APM
Sichtbar gemacht
Die durch die Luftbild- und Taucharchäologie gewonnenen Erkenntnisse – ergänzt durch naturwissenschaftliche Laboruntersuchungen – erlauben die Rekonstruktion der Dörfer und ihrer Umwelt. Schritt für Schritt entsteht ein Haus, eine Häuserzeile, die umgebende Ringpalisade, schließlich die Uferlandschaft. Nach Jahrtausenden entstehen die Dörfer hier im Freilichtmuseum Unteruhldingen neu und werden fortlaufend ergänzt und erweitert.
Foto: M. Schellinger | APM