Vitrine UNESCO Weltkulturerbe

UNESCO Weltkulturerbe

Seit 2011 zählen die „Prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen“ zum UNESCO Welterbe. 111 Fundstellen in sechs Ländern – Frankreich, Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien – teilen sich diese Auszeichnung. Die Forschung geht inzwischen von über 2 000 dieser einzigartigen Stätten aus, auch außerhalb Zentraleuropas. Weitere, etwa in Spanien, Griechenland, Irland, Russland, China und den USA, werden aufgrund ihres besonderen Erhaltungszustandes in Seen und Mooren, aber auch an Flüssen, Lagunen und im Meer hinzukommen. Die seit 1864 in Unteruhldingen bekannten Pfahlbauten blicken mittlerweile auf mehr als 160 Jahre Forschungsgeschichte zurück.

Lebendig präsentiert

Die Erkenntnisse werden hier im Pfahlbaumuseum auf vielfältige Art und Weise an Objekten, aber auch durch erläuternde Führungen, Medienstationen und interaktive Programme vermittelt. Sinn und Zweck des Prädikats UNESCO Welterbe sind Schutz und Erhalt der Kulturgüter, aber auch die Aufklärung über die Bedeutung dieses archäologischen Schatzes als Zeugnis der Kulturgeschichte und der gesellschaftlichen Identität der Menschheit.

Karte: 1000 Fundstellen. Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen | Swiss Coordination Group UNESCO Palafittes | Grafik: R. Buschor

Aus der Vogelperspektive

Östlich des Hafens von Unteruhldingen-Stollenwiesen stecken noch über 70 000 Pfähle im Boden. Aus der Luft sind sie gut zu erkennen, vor allem die dunkleren aus Eichenholz. Durch das klare Wasser zeichnen sich Seepalisaden, Straßen und eine regelmäßige Hausbebauung ab. Die deutlich erkennbaren schwarzen Flächen entstanden dagegen durch moderne Kiesschüttungen gegen die Erosion durch die stetige Bewegung des Wassers. Die Pfahlbausiedlung Unteruhldingen weist Kulturreste aus allen bekannten Perioden der Stein- und Bronzezeit am See auf.

Foto: A. Mende | APM

Durch die Taucherbrille

Aus der Tauchperspektive wirken die Siedlungsreste wie ein Stoppelfeld aus Pfählen. Daher der Name Stollenwiesen. Das allmähliche Absinken des Seebodens durch Erosion lässt die Bauelemente immer stärker hervortreten. An manchen Stellen meinen die Taucharchäologinnen und Taucharchäologen durch einen jahrtausendealten Wald zu schwimmen. Die systematischen Untersuchungen und Vermessungen am Seegrund helfen, die Geschichte der Pfahlbauten zu entschlüsseln.

Foto: M. Schellinger | APM

Sichtbar gemacht

Die durch die Luftbild- und Taucharchäologie gewonnenen Erkenntnisse – ergänzt durch naturwissenschaftliche Laboruntersuchungen – erlauben die Rekonstruktion der Dörfer und ihrer Umwelt. Schritt für Schritt entsteht ein Haus, eine Häuserzeile, die umgebende Ringpalisade, schließlich die Uferlandschaft. Nach Jahrtausenden entstehen die Dörfer hier im Freilichtmuseum Unteruhldingen neu und werden fortlaufend ergänzt und erweitert.

Foto: M. Schellinger | APM

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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee
Freilichtmuseum und Forschungsinstitut
Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen
Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

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