Vitrine Ernährung

Ernährung – Meist pflanzlich aber nicht vegan

Sammeln, Jagen, Ackerbau und Viehzucht – diese Tätigkeiten zum Nahrungserwerb bestimmten weite Teile des Tagesablaufs. Wildgemüse, Nüsse, Beeren, ölhaltige Samen, Wurzeln und Pilze wurden das ganze Jahr über gesammelt. Der Ackerbau mit Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchten richtete sich nach den Jahreszeiten. Als Haustiere wurden Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine gehalten, aber auch Bienen, Pferde und Hunde. Bei den Wildtieren spielten Hirsche, Wildschweine, Rehe, Enten und Fische eine wichtige Rolle, ebenso wie Auerochsen, Bären, Biber und viele Kleinsäuger.

A1

Sicheln | Bronze, Gipsreplikat des Holzgriffes | 1000 v. Chr. | Vallamand (Schweiz) | REM

A2

Getreidekörner | Binkelweizen, verkohlt | 3900 v. Chr.  Horn-Hornstaad Hörnle | APM

Getreide

Einkorn, Emmer, Weizen, Gerste, Dinkel, Hirse und Eicheln lieferten Kohlenhydrate und Spurenelemente.

A3

Getreidekörner | Einkorn, verkohlt | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

A4

Getreideähren | Getreide, verkohlt | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

A5

Getreidekörner | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | APM

A6

Getreidemühle mit Läufer | Granit | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

A7

Topf mit Hängeösen | Keramik | 3500 v. Chr. | Unteruhldingen-Bayenwiesen | APM

Mäusesicher

Um Vorräte wie Getreide sicher aufzubewahren, eigneten sich Gefäße mit Hängevorrichtungen wie Ösen.

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Becher, Getreide, Nadel | Keramik, verkohltes Getreide, Knochen | 3000 v. Chr.

Becher mit Nadel und verkohltem Getreide

Es ist noch kein Meisterkoch vom Himmel gefallen. Das galt schon in der Steinzeit. Trocknen, Darren, Rösten, Räuchern, Kochen über dem Feuer – die Techniken zur Zubereitung und Haltbarmachung von Nahrungsmitteln waren vielfältig. Dabei konnte aber auch etwas schiefgehen. Davon erzählen verkohlte Brote und eingebrannte Breireste. Manchmal haben sich in Töpfen aufbewahrte Getreidevorräte oder ölhaltige Samen bis heute erhalten. Doch was hat die Knochennadel hier verloren? Bei der Auffindung lag sie zusammen mit den Getreidekörnern im Topf. Absichtlich oder aus Unachtsamkeit?

B1

Feuermachset | Pyrit, Zunderschwamm, Feuerstein | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

Steinzeitliches Feuerzeug

Ohne Feuer keine warme Mahlzeit, klar. Streichhölzer gab es aber noch nicht. Das steinzeitliche Feuerzeug bestand aus einem Feuerstein, einer Pyritknolle (auch Katzengold genannt) und Zunder. Wird der Feuerstein über dem Zunder an den Pyrit geschlagen, platzen winzige heiße Teilchen vom Pyrit ab, die den Zunder zum Glimmen bringen. Mit trockenen Schilfsamen oder Heu kann so ein Feuer entfacht werden. Klingt kompliziert? Mit etwas Übung brannte das Feuer in weniger als einer Minute und die Suppe war schnell erhitzt.

Illustration: nach G. Embleton | APM

B2

Topf mit Kochsteinen | Keramik und Geröll | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

Heiße Steine

Kochtöpfe konnten direkt am Feuer oder indirekt mit Kochsteinen erwärmt werden. Die Steine wurden dazu im Feuer auf ca. 400 °C erhitzt und vorsichtig in das Gefäß gelegt. Sie wirken wie Tauchsieder.

C1

Quirl | Holz | 3850 v. Chr. | Robenhausen (Schweiz) | IVF

C2

Breikruste aus Topf | Getreidebrei, verkohlt | 3900 v. Chr. |Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

C3

Brotreste | Brot, verkohlt | 3800 v. Chr. | Wangen-Hinterhorn | ALM

C4

Hirsebrot | Brot, verkohlt | 3850 v. Chr. | Robenhausen (Schweiz) | REM

C5

Brotreste | Brot, verkohlt | 3800 v. Chr. | Schweiz | REM

C6

Haselnüsse | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

Nüsse

Nüsse aber auch Leinsamen und Schlafmohn deckten den Bedarf an pflanzlichen Ölen und Fetten, Spurenelementen.

C7

Wassernüsse | Wassernüsse, verkohlt | 3800 v. Chr. | Altshausen | ALM

C8

Äpfel | Apfelhälften, verkohlt | 3700 v. Chr. | Seekirch-Ödenahlen | APM

C9

Äpfel | Apfelhälften, verkohlt | 3800 v. Chr. | Wangen-Hinterhorn | ALM

Früchte

Holzäpfel, Beeren oder Steinobst wie Schlehen und Kornelkirschen lieferten Vitamine.

C10

Schlehenkerne | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

D1

Zur Markentnahme aufgeschlagene Oberschenkelgelenkknochen | Auerochse, Reh | 3000 und 2850 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen, Schreckensee | APM, ALM

Fleisch

lieferte Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine.

D2

Unterkiefer | Fuchs | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

D3

Panzer | Schildkröte | 3500 v. Chr. | Bussenseeried | RGM

D4

Unterkiefer | Rind | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

D5

Knochen mit Schnittspuren | Biber, Rind, Hausschwein | 2850 v. Chr. | Schreckensee | ALM

D6

Exkremente | 3800 v. Chr. | Wangen-Hinterhorn | REM

Abfälle

Nicht nur die Analyse von Vorräten, sondern auch von Speiseresten, Knochen und Kot klären über Ernährungsgewohnheiten der Frühmenschen auf.

D7

Exkremente | Ziegenkot | 3600 v. Chr. | Niederwil (Schweiz) | REM

D8

Henkelkrug, Retorte | Keramik, Birkenpechanhaftungen| 3800 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | ALM

D9

Kaugummis | Birkenpech, Zahnabdrücke | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

Birkenteer

ist ein Destillat aus Birkenrinde, als Klebstoff aber auch als Arzneimittel bei Hautproblemen oder Zahnschmerzen verwendet.

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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee
Freilichtmuseum und Forschungsinstitut
Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen
Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

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