Handwerkshaus
Spezialisten der Bronzezeit

Zeitlose Eleganz und hohe Qualität in der Ausführung: Egal ob Wagen oder Räder, Werkzeuge oder Waffen, Kultobjekte oder Schmuck, die Handwerksarbeiten der Bronzezeit zeugen von enormer Präzision. Es war eine Zeit, in der die ersten Berufe aufkamen. Im Dorf gab es eine Schmiede, eine Bootswerkstatt, eine Wagnerei und andere spezialisierte Werkstätten. Die nötigen Rohstoffe wurden sorgfältig gewonnen, abgebaut oder über Handelskontakte erworben.

Kenntnisse und Fähigkeiten der Pfahlbaumenschen in der Holzverarbeitung offenbaren sich nicht nur in ihren Behausungen. Ein Wagen mit Holzrädern ließ sich in 30 Minuten auseinander- und wieder zusammenbauen. Das war praktisch, wenn er während der Wintermonate verstaut werden musste. Aber auch bei Reparaturen: Brach ein Rad auf schlechten Wegen, war es in wenigen Minuten gewechselt. Die Räder waren aus Eichenholz. Sie bestanden aus mehreren Teilen, die in Schwalbenschwanztechnik um eine Achsnarbe im Zentrum zusammengefügt wurden. Die Achse selbst war fest mit dem Wagen verbunden.

Die viel edleren Bronzeräder – im Kulthaus zu bestaunen – entstanden im sogenannten Wachsausschmelzverfahren. Mehrere in Tonformen gegossene Einzelteile sind dabei mit bewundernswerter Genauigkeit und Sorgfalt zusammengefügt worden. Auch Brustpanzer, Helme und Beinschienen mit feinen Verzierungen, zeugen von der Professionalität der Bronzeschmiede.

Kleinwerkzeuge wie Punzen, Ahlen und Sticheln, aber auch Hämmer und Ambosse, oder Schmucknadeln, Sicheln, Lanzenspitzen und Schwerter sind archäologisch in den Werkstätten vielfach nachgewiesen. Der Beruf des Schmiedes hing von einem funktionierenden Handel der Rohstoffe über weite Strecken ab. Händlerdepots im Umfeld der Siedlung belegen den regen Austausch zwischen den Kulturen über Tausende Kilometer hinweg.

Gegen Ende der Bronzezeit scheint es nicht nur zu einer Verschlechterung des Klimas gekommen zu sein, sondern auch zu einer Unterbrechung der bis dahin sicheren Versorgung mit Rohstoffen. Der Anteil an recycelter Bronze nahm zu, und Depots mit Altmetall und Schrott wurden angelegt.

In der Werkstatt

Kinder halfen den Erwachsenen bei ihrer Arbeit von klein auf. Sie durften nicht nur ausprobieren, sondern selbst Handwerksarbeiten ausführen. Zum Beispiel einen Einbaum formen. Das dauerte ziemlich lang und erforderte auch etwas Übung: Span um Span musste das Holz und mit dem Zieheisen abgezogen werden. Das Werkzeug war scharf und musste sehr gleichmäßig geführt werden, damit die Bordwand schön glatt wurde. Hast du dir auch schon einmal etwas selbst gebaut?

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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee
Freilichtmuseum und Forschungsinstitut
Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen
Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

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