Tierhaus
Haustiere und Viehhaltung

Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hunde und mit der Zeit auch Pferde – das waren die Hauptnutztiere in der Bronzezeit. Fleisch-, Milch- und Wollproduktion gewannen zunehmend an Bedeutung. Dass Ochsen, Kühe und Pferde auch als Zugtiere eingesetzt wurden, zeigen Abnutzungsspuren ihrer ergrabenen Knochen. Die Bewirtschaftung der Felder in Siedlungsnähe entwickelte sich, die stärkere Nutzung der Weiden und Wälder veränderte die Landschaft grundlegend. Es gibt sogar erste Anzeichen für eine aus ökologischer Sicht nachhaltige Dreifelderwirtschaft, aber auch Hinweise auf eine weitgehende Öffnung und Entwaldung des Uferstreifens bis zu den umgebenden Randhöhen des Bodensees.

Während des Sommerhalbjahrs weideten die Nutztiere in der Region, womöglich sogar in einer Form der Transhumanz, der Wanderweidewirtschaft zwischen weit voneinander entfernten Gebieten. Hirtinnen und Hirten, aber auch Kinder wachten über die Herden. Begleitet wurden sie von Hütehunden. Zwei Arten, eine kleinere und eine größere, konnten in den Pfahlbausiedlungen nachgewiesen werden.

Während der kalten Jahreszeit boten Weiden und Ställe im nahen Umfeld der Siedlungen den Herden Schutz vor wilden Tieren und Viehdieben. Um die Fleischvorräte aufzufüllen, aber auch um die Futtermenge in der vegetationsarmen Zeit einzuschränken, wurden zahlreiche Jungtiere im Spätherbst geschlachtet.

Neben der Haltung großer Nutztiere, ist auch die Zucht von Bienen zur Gewinnung von Wachs und Honig durch archäologische Funde von ausgehöhlten Baumstämmen, sogenannte Klotzbeuten, belegt.

Tiere hüten

Herdentiere grasen oft noch heute auf der Weide. Meistens sind sie dabei von einem Elektrozaun umgeben, damit sie nicht weglaufen können. Den gab es damals natürlich noch nicht. Tag und Nacht passten deshalb Hirtinnen und Hirten auf die Tiere auf. Kleinere Hunde wie der Torfspitz, und größere mit spitzen Schnauzen und Stehohren, ähnlich den Schäferhunden, halfen dabei. Zur Hütearbeit gehörte das Sammeln von Wildkräutern und die Verarbeitung der gemolkenen Milch der Tiere zu Käse. Zwischendurch blieb genug Zeit, Flöten und Pfeifen zu schnitzen. Die Pfeife aus Knochen gab schrille Signaltöne von sich. Mit der Flöte aus Holunderholz ließen sich schöne Melodien spielen. Hast du den Hirten schon entdeckt?

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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee
Freilichtmuseum und Forschungsinstitut
Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen
Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

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