Vitrine Hauswirtschaft

Hauswirtschaft – Alles andere als schlicht

Die Küchen der Pfahlbauten waren mit einer ganzen Bandbreite an Kochgeräten und Hilfsmitteln ausgestattet. Dabei ging es nicht nur um den Nutzen: Das Geschirr aus gebrannter Keramik war oft schön verziert. Schöpflöffel und Schüsseln wurden aus Holz geschnitzt. Schachteln aus Rinde, Taschen aus geflochtenem Baumbast oder Körbchen aus Gräsern halfen beim Transport gesammelter Früchte und dienten der Vorratshaltung. Werkzeuge aus Holz, Knochen, Stein und später aus Metall vervollständigten die Grundausstattung eines jeden Hausstandes. Die kleinsten Becher hatten die Größe eines Schnapsglases, das größte Wasserfass ein Fassungsvermögen von 150 Litern.

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Worfelschale | Binsen, Seggen, Linde | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

Worfeln

Um die Spreu vom Weizen zu trennen wird ausgedroschenes Getreide in die Luft geworfen. Die Spreu wird vom Wind weggetragen. Die schwereren Körner bleiben übrig.

Foto: K. Petersen | alamy

A2

Schale | Lindenholz | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

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Schöpflöffel | Holz | 3700 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | ALM

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Schale | Holz | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

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Faustmesser | Feuerstein, Pappelrinde, Birkenpech | 3000 v. Chr. | Unteruhldingen | APM

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Messer | Bronze, Hirschgeweih | 900 v. Chr | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM

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Topf mit Sonnenmotiv | Keramik | 3000 v. Chr. | Wangen-Hinterhorn | ALM

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Randscherbe mit Sonnenmotiv | Keramik | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

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Randscherbe mit Sonnenmotiv | Keramik | 3000 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | LMW

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Fragment eines Krugs mit Einstichreihen | Keramik | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad  Hörnle | ALM

Naturalistisch modelliert

Rekonstruktionszeichnung eines Gefäßes mit nachempfundenen weiblichen Brüsten und Einstichverzierungen.

Illustration: nach H. Schlichtherle

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Fragmente halbmondförmiger Idole | Keramik | 1000 v. Chr. | Bad Buchau-Wasserburg | IVF

Mondidole

Mondhörner oder kleine Stierhornsymbole zählen zu den rätselhaften Objekten in bronzezeitlichen Pfahlbauten. Es könnten kleine Feuerböcke zur Begrenzung der Herdstelle und zum Auflegen von Brennholz gewesen sein. Oder aber es handelt sich um kultische Idole, die zu einem dem Stier- oder Mondkult dienenden Hausaltar gehörten. Dafür würde sprechen, dass sie immer nur auf einer Seite verziert sind.

Foto: F. Müller | APM

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Schüssel | Keramik | 1000 v. Chr. | Bad Buchau-Wasserburg | APM

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Becher mit linsenförmigen Verzierungen | Keramik | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

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Tulpenbecher | Keramik | 3800 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | LMW

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Tasse | Keramik | 900 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | LMW

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Sauggefäß | Keramik | 1000 v. Chr. | Bad Buchau-Wasserburg | IVF

Schluck für Schluck

Schon vor 3000 Jahren nuckelten Säuglinge an Fläschchen. Natürlich sahen die Fläschchen damals anders aus als heute. Manchmal waren sie wie kleine Enten geformt, manchmal wie Trinkbecher bei den Erwachsenen. In das größere, nach oben weisende, Loch wurde die Nahrung eingefüllt. Durch die kleine Nuckeltülle saugten die Babys sie Schluck für Schluck heraus. Übrigens: Die leere Flasche konnte auch als Flöte oder Pfeife dienen. Dazu musste das große Loch mit den Fingern halb verschlossen und in die Tülle hineingeblasen werden. Hast du schon einmal versucht, einer leeren Flasche Töne zu entlocken?

Illustration: G. Embleton | APM

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Henkelkrug | Keramik | 3800 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

B7

Henkelkrug | Keramik | 3900 v. Chr. | Taubried | APM

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Hohe Schale | Keramik | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

C2

Amphore | Keramik | 1000 v. Chr. | Bad Buchau-Wasserburg | APM

C3

Hängegefäß mit Ösen | Keramik | 3800 v. Chr. | Unteruhldingen-Bayenwiesen | APM

C4

Flasche | Keramik | 3800 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

C5

Kochtopf | Keramik | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

Nützliches Detail

Die kleinen Löcher unter dem Rand verhinderten das Überkochen.

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Rindenschachtel | Lindenrinde | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

Gut vernäht

Aus der Rinde von Birken, Linden oder Eichen ließen sich mit einem Messer, einer Knochenahle und Zwirn aus Baumbast sehr einfach haltbare Schachteln verschiedener Größen – mit und ohne Deckel – herstellen.

Foto: Y. Mühleis | LAD

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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee
Freilichtmuseum und Forschungsinstitut
Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen
Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

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