Vitrine 14
Im Labor – Bis ins Detail
Unter Wasser und unter Luftabschluss haben sich Holz, Pflanzenreste, Tierknochen, Fischschuppen, Samenkörner und selbst mikroskopisch kleine Teile wie Pollen gut erhalten. Ihre Analyse gibt Antworten auf Fragen zur Umwelt und der Nutzung durch den Menschen.
Pfähle und Holzreste ermöglichen die Datierung mittels Dendrochronologie. Dazu werden die Abstände zwischen den Jahrringen vermessen. Der Vergleich der Jahrringmuster ermöglicht die Bestimmung des Fälldatums der Bäume und somit des Erbauungsdatums eines Pfahlbaus.
In Bohrkernen lassen sich verschiedene Schichten des Bodens mit bloßem Auge erkennen. Die Feinuntersuchung zeigt die Bestandteile: Seeablagerungen, Holzkohle, Hüttenlehme, Samen, Früchte und Pflanzenteile. Pollenkörner werden unter dem Mikroskop sichtbar. So sind Rückschlüsse auf das Umfeld der Pfahlbausiedlungen möglich: Die Pflanzen des Ufersaums, der Weiden und Ackerflächen sowie Kultur- und Wildpflanzen lassen sich bestimmen. Pollen zeigen die Zusammensetzung des Waldes und seine Veränderung über die Jahrtausende.
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Schichtablagerungen Sipplingen-Osthafen
In dieser Unterwasseraufnahme sind neben den Pfählen helle und dunkle Schichten zu erkennen.
Die dunklen Schichten weisen auf die Anwesenheit von Menschen hin. Sie werden Kulturschichten genannt, erkennbar sind sie an Hölzern, Holzkohlen und blauen Hüttenlehmeinlagerungen. Bei den weißen Schichten handelt es sich um Seekreide, kalkhaltigen Ausfällungen von Algen, die sich bei ungestörten Verhältnissen am Seegrund absetzen. In allen Schichten sind zahlreiche Pflanzenreste bis zu den kleinsten Pollenkörnern konserviert. Das Alter der Hölzer kann bestimmt werden.
Foto: A. Müller/LAD
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Die Holzpfähle der ehemaligen Pfahlbauten sind noch an vielen Stellen des Bodensees erhalten. Typisch sind schwarze Eichenhölzer, die durch Wellen und Sand spitz nach oben hin geformt sind. Stehen sie aus dem Bodensediment heraus, werden sie mit den Jahren immer stärker abgewittert, bis sie ganz verschwinden.
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Herausgesägte Scheiben des Originalpfahls lassen die Jahresringe des ehemaligen Baums – aus dem er hergestellt wurde – gut erkennen.
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Der Abstand der Jahresringe voneinander zeigt das Wuchsverhalten und die Wetterbedingungen zu Lebzeiten des Baumes sehr gut an.
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Pfahl eines Hauses | Eiche | Itznang-Unter Eichen 3237 v. Chr. | LAD
Das Alter des Baumes und sein Fälldatum lassen sich durch die Dendrochronologie (Jahrring-Altersbestimmung) ermitteln.
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Profilprobe | Kulturschicht und Seekreide | 2800 v. Chr. | Schreckensee | LAD
In den Erdschichten vom Seegrund zeigen sich die Orte wo die Menschen gesiedelt haben. Durch die Analyse der Erdproben lassen sich Hinweise zum damaligen Klima, den Seewasserständen in der Steinzeit und zur Landschaftsgestalt ermitteln.
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Eichen-Pollen
Foto: paldat
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Linden-Pollen
Foto: paldat/H. Halbritter
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Erbsen-Pollen
Foto: paldat/H. Halbritter
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Weißer Gänsefuß-Pollen
Foto: paldat/B. Diethart
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Wilde Möhre-Pollen
Foto: paldat/H. Halbritter
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Lein-Pollen
Foto: paldat/H. Halbritter