Vitrine Taucharchäologie
Im Pfahlfeld
Ein Taucharchäologe dokumentiert im Wasser schwebend das Pfahlfeld von Unteruhldingen-Stollenwiesen. Dabei markiert er jeden einzelnen Pfahl mit einem Schild und fertigt eine Zeichnung an. Anschließend entnimmt er Holzproben zur Datierung. So kann die Entstehung des Dorfes Haus für Haus ermittelt werden.
Seit 1981 gibt es eine Taucharchäologie der Denkmalpflege am Bodensee. In aufwändigen Verfahren werden heute die Sedimentschichten unter Wasser freigelegt, Funde und Holzreste aufgenommen und geborgen.
Foto: Submaris im Auftrag LAD
Blick in das Geschichtsbuch der Pfahlbauten
Seine Seiten bestehen aus geschichtetem Schlamm und sind beschrieben mit wertvollen Objekten. Unter Sauerstoffabschluss haben sich dort unten einzigartige Informationen erhalten.
Erkennen Sie die einzelnen Schichten? An ihnen sind verschiedene Zeitabschnitte abzulesen. Die dunklen Schichten belegen die Anwesenheit von Menschen. Sie hinterließen Holzkohle von ihren Feuerstellen. Die hellen Schichten entstanden zu den Zeiten, in denen der See von Menschen ungestört weißen, kalkhaltigen Schlamm und graue Sande ablagerte. Von unten nach oben lässt sich so die Geschichte an jedem Ort genau verfolgen.
Lackprofil | Wallhausen-Ziegelhütte | 3800 v. Chr. | ALM
- Seekreide
- Kulturschicht mit organischem Material
- Seekreide
Im Labor
Das Alter der Schichten wird im Labor bestimmt. Darin enthaltene Reste von Holz, Holzkohle oder Knochen lassen sich mit verschiedenen Methoden datieren. Manchmal helfen dabei auch besondere, bereits bekannte Funde. Knochen erlauben Rückschlüsse zur Tierwelt und den Menschen. Klima und Umwelt geben sich nach der Untersuchung von Pflanzenresten unter dem Mikroskop zu erkennen. Diese Untersuchungsergebnisse sind Grundlage für die Rekonstruktion der Dörfer.
Foto: Rasterelektronenmikroskop | stockadobe