Goldhut
Kultische Kopfbedeckung
Goldhüte sind bis zu 90 Zentimeter hoch und bis zu 500 Gramm schwer. Sie bestehen aus fein getriebenem Goldblech. Ursprünglich waren sie zur Stabilisierung vermutlich auf einer Innenhaube aus organischem Material befestigt. Vier solcher Goldhüte sind bislang geborgen worden – in Süddeutschland, der Schweiz und in Frankreich, meist in der Nähe großer Höhensiedlungen. Alle vier sind der spätbronzezeitlichen Urnenfelderkultur zuzuordnen. Die gleichmäßige Verzierung aus Bändern und Punktreihen wird als Kalender zur Bestimmung wichtiger Zeiten im Jahr interpretiert, wie Sonnenwenden oder Tagundnachtgleichen. Die handwerkliche Leistung ist außerordentlich. Die Goldhüte werden mit einem Sonnenkult in Verbindung gebracht. Womöglich dienten sie Priesterinnen und Priestern bei zeremoniellen Handlungen im Verlauf des Jahres als Insignien.