Vitrine Jagd

Jagd – An Land und im Wasser

Mit seinem vielfältigen Fischangebot diente der Bodensee ganzjährig als wichtige Nahrungsquelle. Mit Netzen, Reusen und Angelhaken wird hier schon seit 10 000 Jahren gefischt. Form und Größe der Netze und Gerätschaften, aber auch die unter den Häusern gefundenen Speiseabfälle, weisen darauf hin, dass Felchen, Barsche, Hechte und Welse auf dem Speiseplan standen. Je nach Saison kam zum Fischfang die Jagd auf andere Wildtiere hinzu: darunter Hirsche, Rehe und Wildschweine, die noch heute gejagt werden. Aber auch Elche, Braunbären, Wildpferde, Biber, Kormorane oder Auerochsen.

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Pfeilspitzen | Feuerstein | 3800 v. Chr. | Manzell, Seemoos | APM

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Pfeilspitze | Feuerstein, Holz, Birkenpech | 3900 v. Chr. | Degersee | ALM

Pfeilspitze ist nicht gleich Pfeilspitze

Aus der Stein- und Bronzezeit sind verschiedene Arten von Pfeilspitzen nachgewiesen.

Sie unterscheiden sich je nachdem für welchen Zweck sie verwendet wurden: Kleine einfache Spitzen, meist aus organischem Material wie Knochen oder Geweih, dienten zur Nahjagd.

Fein gearbeitete Spitzen aus Feuerstein oder Bronze wurden für größere Distanzen eingesetzt. Die Pfeilschäfte bestanden aus den Schösslingen des Haselstrauchs oder des Wolligen Schneeballs. Drei Federhälften – mit Birkenteerklebstoff radial an das hintere Ende des Pfeilschaftes geklebt und mit Sehnen umwickelt – stabilisierten die Flugbahn.

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Pfeilspitze | Geweih | 1000 v. Chr. | Bad Buchau-Wasserburg | APM

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Pfeilspitze | Geweih | 3800 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM

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Pfeilspitzen | Bronze | 900 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM

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Stumpfe Pfeilspitze | Geweih | 3800 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM

Vogelpfeilspitze

Bei der Vogeljagd waren stumpfe Pfeilspitzen die erste Wahl. Nicht nur, weil sie einfach herzustellen waren. Sie schonten auch das Gefieder, das so besser zu Schmuck verarbeitet werden konnte.

Illustration: M. Kinsky | APM

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Bogenfragment mit Splitterspur | Eibe | 3000 v. Chr.  | Bad Buchau-Bachwiesen | ALM

Eibenbogenfragment

Eibenholz ist hochelastisch. Keine Frage, dass es schon in der Steinzeit das bevorzugte Holz zum Bogenbau war. Auch der Gletschermann Ötzi trug einen Bogen aus Eibenholz bei sich.

Moderne Nachbauten erzielen Reichweiten von bis zu 180 m und eine Pfeilgeschwindigkeit von 120 km/h.

Illustration: G. Embleton | APM

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Speerspitze | Feuerstein | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

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Speerspitze | Bronze | 900 v. Chr.  | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM

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Fischknochen | Hecht, Wels | 3000 v. Chr. | Wallhausen-Ziegelhütte | ALM

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Oberarm- und Beckenknochen | Frosch | 2850 v. Chr.  | Schreckensee | ALM

Präparat eines Froschskeletts | APM

Was gibt’s zu essen?

Frosch am Spieß vielleicht? Alle essbaren Tiere an Land, im Wasser und in der Luft standen auf dem Speiseplan, und zwar komplett: vom Fett bis zum nahrhaften Knochenmark. Vogeleier in die Suppe gerührt oder angebraten gehörten auch dazu. Und manchmal eben Frösche. Vor allem im April und Mai tummelten sie sich auf den Feuchtwiesen in der Nähe der Pfahlbauten. Aber nicht nur tierische Produkte kamen auf den Teller. Wild wachsendes Gemüse, Nüsse, Beeren, Wurzeln und Pilze gab es auch. Und mit dem Ackerbau zogen Getreide und Hülsenfrüchte ins Vorratsregal. Was hast du heute schon gegessen?

Illustration: G. Embleton | APM

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Angelhaken | Geweih | 3800 v. Chr. | Unteruhldingen-Bayenwiesen, Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM

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Querangeln | Knochen, Geweih | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM

Querangel

Die Querangel ist die wohl älteste Form eines Angelgeräts. Mit einer Teigkugel (a) oder einem kleinen Köderfisch (b) bestückt, wurden damit größere Fische wie Wels und Hecht (c) gefangen. Zieht der Angler an der Schnur, stellt sich der Haken quer und verkeilt sich im Fisch (d).

Illustration: nach J. Auler | APM

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Angelhaken | Bronze | 900 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM

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Angelhaken, aufgebogen | Bronze | 950 v. Chr. | Hagnau-Burg | ALM

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Handangel, Angelhaken | Geweih, Bronze | 1000 v. Chr. | Bad Buchau-Wasserburg | APM

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Handangel, Angelhaken | Geweih, Knochen | 3800 v. Chr. | Wangen-Hinterhorn | APM

Ganz schön glitschig

Haben Sie schon einmal versucht, einen Fisch mit den Händen zu fangen? Für die Kinder der Pfahlbauer war das ganz normal. Es gab aber auch Hilfsmittel. Unterhalb der Pfahlbauten konnten Körbe oder lange Angelschnüre mit Ködern ins Wasser gelassen werden, um Fische zu fangen. Praktisch war die kleine Handangel: Ein spitzer Angelhaken, eine Schnur und ein Stück Holz oder Knochen, auf dem das Ganze aufgewickelt wurde.

Foto: Sunti | Shutterstock

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Schnurknäuel | Pflanzenfasern | 3000 v. Chr. | Schweiz | REM

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Fragment einer Reuse | Weide | 3900 v. Chr. |Bad Buchau-Tannstock | APM

Fischreuse

Korbreusen eigneten sich zum Fischfang im Flachwasser – auch im unmittelbaren Siedlungsbereich der Pfahlbauten.

Illustration: Penta Springs Limited | alamy

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Netzfragmente | Pflanzenfasern | 3900 v. Chr. | Robenhausen (Schweiz) | REM

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Netzfragment | Pflanzenfasern | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

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Netzschwimmer | Pappelrinde | 2900 v. Chr.  | Bodman-Weiler | ALM

D2

Netzfragmente | Pflanzenfasern | 3900 v. Chr. | Horn-Hornstaad Hörnle | ALM

D3

Netzsenker | Keramik | 3800 v. Chr. | Bad Buchau-Neuweiher | ALM

Stellnetze

Um ein Netz im Wasser zu stabilisieren, nutzen Fischer bis heute oben Schwimmkörper aus Holz und unten Gewichte aus Stein und eingekerbte Scherben.

Illustration: nach J. Auler | APM

D4

Harpunenspitze | Geweih | 1000 v. Chr. | Bad Buchau-Wasserburg | APM

Fischfang mit Harpune

Wurfspieße mit Widerhaken erleichterten die Jagd auf große Fische wie Hechte und Welse, die mit Angelhaken nicht so leicht gefangen werden konnten.

Illustration: G. Embleton | APM

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Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

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