Töpferei
Vom Klumpen zum Topf

Der Ton stammte aus der Umgebung. Bevor die Pfahlbauer daraus in Wulst- und Lappentechnik Schalen, Töpfe und Becher modellierten, vermengten sie ihn mit Quarzsand oder kleinen Stücken verwitterten Gesteins. So erhielt die zähe Masse eine höhere Stabilität und war leichter zu formen. Als Brennofen diente ein in einer offenen Erdgrube entfachtes Feuer. Das konnte immerhin eine Temperatur von 600 bis 800 Grad Celsius erreichen.

Die Zusammensetzung des verwendeten Tons, Form, Farbe und Verzierung geben sichere Hinweise auf den Ursprung des jeweiligen Objekts. Zur zeitlichen und räumlichen Einordnung, genügt dem geübten Auge bereits eine kleine Scherbe. Grob gefertigte Töpfe und Gefäße mit einfachen Verzierungen wie Fingerabdrücken oder Rillen kommen während der gesamten Steinzeit vor. Die Abdrücke von Schnüren im noch weichen Ton weisen in die Kultur der sogenannten Schnurkeramiker des 3. Jahrtausends v. Chr. Anfang des 4. Jahrtausends v. Chr. fertigten die Pfahlbaumenschen am Bodensee schwarz gefärbte Keramik höherer Qualität. Sie war hochpoliert und mit auffälligen weißen Ritzmustern versehen. Manche Töpfe sind zur besseren Handhabung mit praktischen Griffen versehen worden. Oder Ösen, um die Töpfe vor diebischen Mäusen aufhängen zu können.

In der Steinzeit gab es noch keine Berufe. Sicher aber Talent und Geschick, so dass es vermutlich Personen gab, die eher Keramik oder Schmuck herstellten, fischten oder auf die Jagd gingen, Häuser bauten oder Steine bearbeiteten.

Haustyp:
Zweiräumiges steinzeitliches Pfahlbauhaus (ca. 3500 v. Chr.), Wände aus geflochtenen,
mit Lehm verputzten Zweigen.

Rekonstruiert:
1939, auf Basis von Ausgrabungen in Riedschachen 1 im Federseemoor, Aichbühl bei Bad Schussenried und Sipplingen, 1923–1930.

Geschirr für Kinderhände

Es ist kleiner als das für Erwachsene, klar. Schon in der Jungsteinzeit gab es Kindergeschirr. Wenn es nicht herunterfallen soll, muss es eben für Kinderhände gemacht sein. Und wenn die kleinen Becher, Schalen und Töpfe nicht gerade gebraucht werden, passen sie auch gut in die Puppenstube. Ein paar Gefäße für Kinder haben wir bei den großen Töpfen versteckt.

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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Bodensee
Freilichtmuseum und Forschungsinstitut
Strandpromenade 6 · 88690 Uhldingen-Mühlhofen
Text: Pfahlbaumuseum/G. Schöbel
Übersetzung: Pfahlbaumuseum/P. Walter

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