Das Hornstaad Haus (3917 v. Chr.)
und das Arbon Haus (3376 v. Chr.)
Langzeitexperimente
Diese beiden Häuser wurden nach Ausgrabungsergebnissen in Hornstaad (D) Nr. 1 und Arbon (CH) Nr. 2 am Bodensee wiedererstellt. Es sind Rekonstruktionen nach steinzeitlichem Vorbild. Hier wird getestet, wie lange sie den Einflüssen der Umwelt Stand halten. Es sind archäologische Langzeitexperimente.
Wenn das Baumaterial (Holz, Lehm, Schilfgras, Bretter) beisammen ist, können 4 – 6 Bauhandwerker ein Haus in 3– 4 Wochen errichten, wobei Nr. 1 aufgrund der aufwändigeren Bauweise mit Lehmflechtwand und Grasdach etwas mehr Zeit benötigt als Nr. 2.
Das Hornstaad Haus Nr. 1 wurde als frühestes Baumuster am See auch in Unteruhldingen, Sipplingen, Bodman, Konstanz nachgewiesen und 1996 zum ersten Mal zusammen mit der „Sendung mit der Maus“ errichtet.
Uhldi der Steinzeitmann wohnte eine Zeitlang in diesem Gebäude. Es fiel 2009 in einem Sommersturm um und wurde leicht versetzt wieder neu errichtet. Das erste Haus hielt 13 Jahre.
Das Arbonhaus entstand 1998 und trotzt seit dieser Zeit der Natur, den Einflüssen von Hochwasser und Niederwasser, Stürmen, Schnee und Eisgang. Es ist noch nicht vollständig eingestürzt.
Erste Ergebnisse zeigen, dass eine Bauweise mit Spaltbrettern aus Tanne für Wände und Dächer dauerhafter und beständiger ist. Der entscheidende Faktor für die Haltbarkeit eines Hauses liegt jedoch in der Widerstandskraft der Tragpfähle gegen die Witterungseinflüsse an einem See.
Wenn Ausgrabungen zeigen, dass solche Holzhäuser damals nur 10 bis 30 Jahre standen und dann neu gebaut werden mussten, dann bestätigt sich dies in diesem Feldversuch.
Spannend für die Forschung ist es, diesen Bereich nach Abschluss des Experimentes zu dokumentieren und mit den Ergebnissen moderner Ausgrabungen zu vergleichen.