Vitrine 2
Merkwürdige Steine – Erste Funde
In den Haushalten an den Ufern des Bodensees fanden sich schon im frühen 19. Jahrhundert ausgefallene Objekte. Gegenstände, die in anderen Häusern ganz und gar nicht zur üblichen Ausstattung gehörten: Seltsam geformte Steine mit glatt polierten Oberflächen dienten zum Beschweren von Wäschestapeln. Die kleineren Exemplare fanden Verwendung als sogenannte Donnerkeile: In der Hosentasche getragen entfalteten sie ihre magische Wirkung und schützten vor Hexenschuss. Unter dem Hausdach angebracht verhinderten sie Blitzeinschlag. Der Sage nach waren sie von Thor, dem Donnergott, bei Gewitter herabgeschleudert worden und im See stecken geblieben. Bei niedrigem Wasserstand war es ein Leichtes sie aufzusammeln.
Auch Steinsplitter von den Feuersteininseln bei Wallhausen und Nussdorf waren ein beliebtes Sammelobjekt. Sie wurden sogar zum Verkauf angeboten. Es konnte zwar niemand sagen wie diese hier nicht natürlich vorkommenden Steine in den See gekommen waren, aber zusammen mit Schlageisen und Zunder leisteten sie gute Dienste beim Feuermachen. Zumindest bis zur Erfindung des Streichholzes im Jahre 1820. In Steinschlossgewehren sorgten sie lange als Zündsteine für den nötigen Funken.
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Beile | Grauwacke, Jadeit, Spilit | 3800 v. Chr. Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM
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Abschläge | Feuerstein | 8000-3000 v. Chr. Unteruhldingen | Maurach | Fischbach | APM
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Der Donnergott Thor schleudert Blitze zur Erde
Im Volksglauben verwandeln sich diese Blitze an den Einschlagstellen zu Steinen, den „Donnerkeilen“.
Illustration: J. Gehrts | wikimedia