Vitrine Pfahlbau
B1
Wandstücke | Hüttenlehm, bemalt | 3850 v. Chr. | Ludwigshafen-Seehalde | Slg. Fiebelmann
Bemalte Wandreste
Die Lehmwände der Steinzeithäuser waren manchmal mit Symbolen und Mustern in schwarzer, weißer oder roter Farbe verziert, deren Bedeutung noch immer Rätsel aufgibt. Die bislang ältesten Reste figürlicher Wandmalereien in Mitteleuropa (3860 v. Chr.) kamen in den Pfahlbausiedlungen von Sipplingen und Ludwigshafen zutage: Plastische aus Lehm geformte weibliche Brüste, umgeben von weißen Punkten und Linien, ergeben das Bild stilisierter Frauenfiguren. Dazwischen finden sich baumartige Symbole, die als Lebens- oder Ahnenbäume interpretiert werden. Diese Wandzeichnungen werden als Innenausmalung von Kulthäusern gedeutet. Ihnen wird eine mythische Funktion innerhalb der Erinnerungskultur dieser frühen Gemeinschaften zugeschrieben.
Rekonstruktion: M. Erne nach Vorgaben H. Schlichtherle und M. Fischer | LAD
B2
Modellierte Brüste | Hüttenlehm | 3700 und 2900 v. Chr. | Reute-Schorrenried, Bodman-Weiler | ALM
B3
Wandstück | Hüttenlehm, Holzstangenrest | 3000 v. Chr. | Sipplingen-Osthafen | APM
C1
Pfahlschuh mit Pfahlrest | Eichenholz | 900 v. Chr. Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM
Pfahlschuhe
Um das Einsinken der Pfähle im weichen Seegrund zu verhindern, gab es mehrere Methoden:
- Das Einzapfen des Pfahls in Pfahlschuhe
- Verstrebungen der Hauspfosten untereinander
- Die Verteilung des Gewichtes auf viele Pfähle
- Die Verwendung sehr langer Pfähle, die bis auf festen Grund reichen
- Das Anbringen von kreuzförmig angeordneten Stangen
- Der Einsatz von Lochstreben
Rekonstruktion: M. Erne nach Vorgaben H. Schlichtherle und M. Fischer | LAD
C2
Bauelement mit Zapfloch | Esche | 3900 v. Chr. | Degersee | ALM
C3
Spaltkeile | Buchenholz | 2900 v. Chr. | Bad Schussenried-Olzreute-Enzisholz | ALM
Nützliches Werkzeug
Zum Spalten von Baumstämmen, der Herstellung von Brettern aber auch zur Zerkleinerung von Brennholz dienten einfache Holzkeile.
Illustration: G. Embleton | APM
C4
Meißel | Felsgestein, Geweih, Knochen | 3600 und 3000 v. Chr. | Unteruhldingen Bayenwiesen, Sipplingen-Osthafen | APM
D1
Beil | Felsgestein, Eschenholz | 3800 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM
D2
Fragment einer Hacke | Hirschhorn | 3600 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM
D3
Fragment eines Stangenholms mit Klemmschäftung | Eichenholz | 3000 v. Chr. | Nußdorf-Strandbad | ALM
D4
Beilklinge | Felsgestein | 3000 v. Chr. | Unteruhldingen-Bayenwiesen | APM
D5
Beilklinge | Bronze | 900 v. Chr. | Unteruhldingen-Stollenwiesen | APM
D6
Fragment eines kleinen Beilholms mit Knochenklinge und Spielzeugeinbaum Haselnussholz und Erle | 3800 und 3000 v. Chr. Wangen-Hinterhorn, Unteruhldingen-Bayenwiesen | APM, FAU UFG
Spielzeug? Von wegen!
Pfeilbögen, Tierfiguren, Tassen, Einbäume und Beile: In der Stein- und Bronzezeit gab es viele Gegenstände im Miniaturformat extra für Kinderhände. Damit spielten die Kinder aber nicht nur, sie halfen auch bei der Hausarbeit – zum Beispiel beim Brennholz machen mit einem Kinderbeil.
Illustration: G. Embleton | APM